Kategorie: Musikinstrument

Diaphon

38diaphon
39diaphon
36diaphon
37diaphon
Diaphon
Alexander Rex, gelernter Orgelbauer (Spiel- und Lerndesign) und Jakob Klug, gelernter Goldschmied, (Industrie Design) haben ein Objekt für die Ausstellung “ last euch nicht abwenden von dem rechten Wege des Euangelions“ entworfen und gefertigt. Thema der Ausstellung ist die Reformation in der Niederlausitz.

Vernissage: 10.11.2017, Stadtmuseum Cottbus

Über das Diaphon:
„Das Buch erscheint zu erst als eine schlichte Bibel. Nach dem Aufschlagen werden jedoch ein Balg und Orgelpfeifen aus Papier sichtbar – eine kleine Papierorgel. Der Wind wird durch die Lutherrose des Umschlags in den Balg und von dort in die Pfeifen geleitet.
Durch drücken des Balges kann ein harmonischer Klang oder ein disharmonischer Klang erzeugt werden. Das Schalten zwischen Harmonie und Disharmonie kann als Analogie zu den Veränderungen und Konflikten innerhalb christlichen Welt verstanden werden, die Luther mit der Reformation ins Rollen gebracht hat. Das Objekt gibt der Reformation eine Klangsymbolik.
Der Begriff „Diaphon“ bezeichnet die misstönigen Intervalle in der Musik.“

Alex Rex und Jakob Klug, 2017

Abmaße: 200 mm x 300 mm x 40 mm
Materialien: Papier, Karton, Leder, Holz

Fotos: Tomasz Lewandowski.

Die tönenden Schwämme

Exponat 2
N. R.
Exponat 8
N. R.
N. R.
Exponat 5
N. R.
Exponat 10
N. R.
Brief
Archivkarte
Tonband Hülle
Tonband
Die Tönenden Schwämme – Aufarbeitung eines Nachlasses

Von 1967 bis 1974 hat N. R., ein bis dato unbekannter Wissenschaftler, den nur in seiner Bearbeitung erhaltenen Nachlass des Australienforschers Ludwig Leichhardt an seinen Schwager F. A. Schmalfuß, aufgearbeitet.

Erst 2006 und 2017 wurde im Cottbuser Stadtarchiv der bearbeitete Nachlass N. R. gefunden und durch Alexander Rex analysiert. Der Nachwelt hinterlässt N. R. eine umfassende Fotodokumentation seiner Arbeit, die Briefabschrift eines verschollenen Originals von Leichhardt an seinen Schwager, drei Meeresschwämme und eine fragmentarisch erhaltene Tonaufzeichnung der Klang aufsaugenden Schwämme.

Die Klänge der Schwämme auf dieser Tonbandaufnahme von 1974 gehen mindestens zurück auf das Jahr 1846, dem Jahr in dem die Schwämme nach Cottbus geschickt wurden. Es handelt sich somit um die älteste Klangaufzeichnung der Menschheit.

Über mehrere Jahre hat Alexander Rex sowohl in der Natur Australiens, im Cottbuser Archiv, sowie in verschiedenen europäischen Bibliotheken über die tönenden Schwämme recherchiert und geforscht. In dieser Zeit konnte er eine fundierte Theorie über die biologischen Mechanismen der Klang-aufsaugenden Schwämme rekonstruieren. Eine wichtige Quelle ist die Erwähnung eines 1632 entdeckten indigenen australischen Volkes, welches Schwämme zur Kommunikation über weite Entfernung nutz, die durch den deutschen Ingenieur und Technikhistoriker Herbert Jüttemann in seinem Buch „Phonographen und Grammophone“ (1979) festgehalten wurde und mit dem Titel „le courrier veritable“ in der Bibliothèque nationale de France einsehbar ist. Eine andere Quelle findet sich, in der Thesis des japanischen Glasschwamm-Forschers Isao Iijima von 1882, welche nur in der Beurteilung seines Doktorvaters, des Leipziger Zoologieprofessors Dr. Rudolf Leuckart erhaltenen ist und sich mit dem Klang-wiedergebenden Verteidigungsmechanismus einer nicht näher klassifizierten pazifischen Schwammspezies des Wattenraums beschäftigt.

English translation on posttruthdesign.com.